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Islamisten 20 Kilometer vor Damaskus: Droht der Iran, Syrien und Assad zu verlieren?

InternationalIslamisten 20 Kilometer vor Damaskus: Droht der Iran, Syrien und Assad zu verlieren?
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Lesedauer 3 Minuten

Die Lage in Syrien spitzt sich erneut zu. Berichten zufolge befinden sich islamistische Gruppierungen nur 20 Kilometer von der syrischen Hauptstadt Damaskus entfernt. Nach Jahren des Bürgerkriegs und scheinbarer Stabilisierung droht der syrischen Regierung von Präsident Bashar al-Assad nun eine neue Gefahr. Doch diese Entwicklung betrifft nicht nur Syrien selbst – auch der Iran, einer der engsten Verbündeten Assads, könnte geopolitisch erheblich verlieren. Die Frage drängt sich auf: Steht das Bündnis aus Syrien, Iran und Russland vor einer Zerreißprobe?

Die erneute Bedrohung durch Islamisten

In den letzten Wochen haben Berichte zugenommen, dass islamistische Milizen, darunter Reste der Al-Nusra-Front und anderer dschihadistischer Gruppen, verstärkt in Richtung Damaskus vorrücken. Diese Gruppierungen nutzen die Instabilität in den ländlichen Regionen rund um die Hauptstadt aus, um ihre Kontrolle auszuweiten. Obwohl die syrische Armee mit Unterstützung des Iran und Russlands in den letzten Jahren große Gebiete zurückerobern konnte, zeigt der aktuelle Vorstoß der Islamisten, dass die Bedrohung noch lange nicht gebannt ist.

Die Nähe der Frontlinie zur Hauptstadt ist besonders alarmierend. Damaskus gilt nicht nur als politisches und wirtschaftliches Zentrum Syriens, sondern auch als Symbol für die Kontrolle der Assad-Regierung über das Land. Ein Angriff auf Damaskus wäre nicht nur eine militärische, sondern auch eine psychologische Katastrophe für das Regime.

Irans Rolle in Syrien

Der Iran hat in den letzten Jahren enorme Ressourcen investiert, um die Assad-Regierung zu stützen. Schätzungen zufolge hat Teheran Milliarden Dollar in Form von Waffen, Soldaten und logistischer Unterstützung bereitgestellt. Milizen wie die Hisbollah und andere vom Iran unterstützte Gruppen haben eine entscheidende Rolle bei der Verteidigung des Regimes gespielt. Der Iran betrachtet Syrien nicht nur als strategischen Verbündeten, sondern auch als entscheidenden Korridor für seinen Einfluss im Nahen Osten – von Teheran bis zum Mittelmeer.

Doch die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass der iranische Einfluss in Syrien brüchiger ist, als es scheint. Sollte es den Islamisten gelingen, Damaskus ernsthaft zu bedrohen oder gar einzunehmen, könnte der Iran einen seiner wichtigsten Partner in der Region verlieren. Dies wäre nicht nur ein geopolitischer Rückschlag, sondern auch ein massiver Verlust an Prestige für das iranische Regime.

Russlands begrenzte Unterstützung

Während der Iran auf dem Boden aktiv ist, konzentriert sich Russland vor allem auf Luftunterstützung und strategische Beratung. Die russische Präsenz hat der syrischen Armee in der Vergangenheit geholfen, große Teile des Landes zurückzuerobern. Doch Russland hat zuletzt seine Aktivitäten in Syrien reduziert, unter anderem wegen der eigenen Verpflichtungen im Ukraine-Krieg. Dies hat ein Vakuum geschaffen, das islamistische Gruppen nun auszunutzen versuchen.

Ohne eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Russland und dem Iran könnte es schwierig werden, die neue Offensive der Islamisten abzuwehren. Die syrische Armee, die seit Jahren geschwächt ist, ist allein kaum in der Lage, die Front zu stabilisieren.

Eine geopolitische Zerreißprobe

Ein Verlust Syriens wäre für den Iran ein strategisches Desaster. Die “Achse des Widerstands”, die Teheran über Syrien bis zur libanesischen Hisbollah aufgebaut hat, würde ernsthaft gefährdet. Zudem würde der Verlust des syrischen Regimes den Einfluss Saudi-Arabiens und der Türkei in der Region stärken – beides Rivalen des Iran.

Doch auch Russland steht vor einer heiklen Situation. Ein Fall von Damaskus würde Moskaus Image als Garant für Stabilität und Ordnung in Syrien erschüttern. Der Kreml hat viel in seine syrische Strategie investiert, darunter den Ausbau seines Marinestützpunkts in Tartus. Sollte Assad stürzen, könnte Russland seine Position im Nahen Osten nachhaltig verlieren.

Kann Assad Syrien noch halten?

Die Assad-Regierung steht vor einer ihrer größten Herausforderungen seit Beginn des Bürgerkriegs. Trotz der Unterstützung durch den Iran und Russland wird deutlich, dass die Kontrolle über Syrien alles andere als gesichert ist. Die Wirtschaft des Landes liegt in Trümmern, und die Bevölkerung leidet unter einer beispiellosen humanitären Krise.

Zudem ist Assads internationale Isolation weiterhin ein Problem. Zwar haben einige arabische Staaten, darunter Saudi-Arabien, in den letzten Monaten vorsichtige Signale der Wiederannäherung gesendet, doch diese diplomatischen Fortschritte könnten durch die jüngsten Entwicklungen wieder zunichte gemacht werden.

Ein kritischer Moment für Syrien und seine Verbündeten

Die erneute Bedrohung durch islamistische Gruppen zeigt, dass der syrische Konflikt weit davon entfernt ist, gelöst zu sein. Für den Iran und Russland steht viel auf dem Spiel. Beide Länder haben in den letzten Jahren viel investiert, um Assad an der Macht zu halten, und ein Rückzug wäre sowohl strategisch als auch symbolisch ein schwerer Schlag.

Doch die entscheidende Frage bleibt: Können Assad, der Iran und Russland die Kontrolle über Syrien langfristig sichern? Oder stehen wir vor einem erneuten Kapitel des Chaos und der Gewalt, das nicht nur Syrien, sondern die gesamte Region destabilisieren könnte? Klar ist, dass die nächsten Wochen und Monate entscheidend sein werden – für Syrien, seine Verbündeten und den gesamten Nahen Osten.

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